WERL Eine Stadtgeschichte im Überblick

zusammengestellt von Stadtarchivar Michael Jolk

 

um 900 Die westfälischen Grafen verlegen ihren Wohnsitz an den Hellweg, erbauen die Burg Werl und nennen sich Grafen von Werl

1000 urkundliche Nennung des Werler Grafen Herimann und seiner Mutter Gerberga v. Burgund

1024 erstmalige Erwähnung des Namens Werla

1085 Im Investiturstreit zwischen Papst und Kaiser steht das Werler Grafenhaus auf der kaiserlichen Seite; Graf Heinrich von Werl wird Bischof von Paderborn

um 1090 Die Grafen Konrad und Lupold, Heinrichs Brüder, teilen die Grafschaft in viele gleich große Bezirke auf, Konrad sitzt in Arnsberg (Graf v. Arnsberg), Lupold in Werl

vor 1092 Älteste Prägung der Werler Münzstätte unter Graf Konrad von Werl-Arnsberg

vor 1100 Graf Lupold schenkt seinen Besitz der Kölner Kirche; der Erzbischof von Köln erbaut neben der gräflichen Pfarrkirche zu Werl seine Nikolaikapelle

1179 früheste Erwähnung eines Pfarrers zu Werl (Albertus)

1197 Der Graf von Arnsberg verschenkt die Werler Pfarrkirche an das Stift Wedinghausen zu Arnsberg. Die Stiftsherren stellen bis 1803 den Pfarrer von Werl

1217 ein Richter wird in Werl wird urkl. erwähnt

um 1218 erhebt Erzbischof Engelbert I. von Köln das Dorf Werl zur Stadt

1246 Früheste Erwähnung der Erbsälzer von Werl. Die Werler werden „Städter“ genannt

1250 Zum ersten Male wird ein Werler Stadtsiegel urkundlich genannt

1272 Die Stadt Werl erhält ein neues Stadtrecht, das Rüthener Recht

1280 älteste namentliche Erwähnung von Werler Bürgermeistern: Wilhelm Pistor und Goswin von Uffeln. Ältestes erhaltenes Stadtsiegel (Petrussiegel)

um 1288 überfällt und zerstört Graf Engelbert von der Mark die Stadt, sie wird in verkleinertem Umfang wieder aufgebaut

1320 Der Rat stiftet das Hospital auf der Bäckerstraße (1962 abgerissen)

1324 älteste Aufzeichnung des Werler Statutarechtes (Erbrecht, Ratswahl, Gerichtsbarkeit)

1326 zwingt Werl die Burgmänner des Erzbischofs, Wachdienste und Abgaben zu leisten wie alle übrigen Werler Bürger

1327 erste Erwähnung eines alten und neuen Werler Rathauses

1389 Abermalige Zerstörung Werls in einer Fehde zwischen dem Grafen von der Mark und dem Erzbischof von Köln

1428 richtet eine Gewitterflut ungeheueren Schaden an; das Vieh ertrinkt in den Ställen; Hausrat wird aus den Gebäuden geschwemmt; die Stadtmauer stürzt teilweise ein

1444-49 Soester Fehde. Werl bleibt treu und hat in der Fehde viel zu leiden

nach 1478 Der Erzbischof belohnt die Stadt durch Verlegung des geistlichen Gerichtes für Westfalen von Soest nach Werl

1485 schlichtet der Erzbischof Streitigkeiten, verhängt Sühnemahnahmen und billigt den Sälzern zu, sie könnten auf Grund alter Gewohnheiten die Hälfte der Ratssitze beanspruchen

1515 Unruhen gegen den erzbischöflichen Drosten in Werl, ein Vorzeichen der Reformation. — Erzbischof Hermann von Wied läßt drei der Aufrührer hinrichten

1518 Pest in Werl

1519 Erzbischof Hermann fordert vom Rat die Auslieferung der Barspforte, in deren Nähe er zur Sicherung der Ordnung und Ruhe in der Stadt ein kurfürstliches Schloss erbaut

1528 Pest in Werl

1548 brennt Werl zur Hälfte ab.

1550 legt der Zimmerknecht Gerd Balken in Werl Feuer. 107 Häuser brennen ab, der Brandstifter wird in der Steinkuhle hingerichtet

1580/81 Pest in Werl, etwa 2200 Menschen sollen umgekommen sein

1580 klagt der Rat beim Abt von Wedinghausen über die Nachlässigkeit der Werler Geistlichen, besonders bei der Betreuung der Pestkranken

1582/83 Erzbischof Gebhard von Köln wird evangelisch und versucht die neue Lehre in Werl einzuführen; die Sälzer wählen für 1583 den Protestanten Wilhelm Bock zu ihrem Obersten; der Rat bemüht sich vergeblich, der Neuerung zu steuern; der kath. Pfarrer Bernhard Tütel muss fliehen

1586 Martin Schenck, ein Parteigänger Gebhards, überfällt nachts Werl und erobert es; vornehme Bürger werden als Geiseln verschleppt

1613, 1617 Pest in Werl

1622 Der tolle Christian von Braunschweig bedroht die Stadt, die sich mit viel Geld loskaufen muss

1633 Hessische Truppen belagern Werl, die Stadt kapituliert vorschnell und hat viel zu leiden. 15 000 Taler Kriegskontribution müssen aufgebracht werden

1636 vertreiben kaiserliche Truppen unter General Johann von Götze die Hessen, die Stadt wird von den Kaiserlichen geplündert. Die Pest wird durch die Truppen erneut eingeschleppt

1645 Kapuziner kommen nach Werl

1657 bricht nachts Feuer aus, innerhalb von zwei Stunden werden 125 Wohnhäuser, 42 Salzhäuser sowie 30 Scheunen und Speicher eingeäschert

Am 21. März macht der Rat unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. Caspar Gödde das Gelübde, auf ewige Zeiten am 4. März eine Brandprozession zu halten

1661 übergibt Erzbischof Maximilian Heinrich dem Guardian der Kapuziner das Gnadenbild aus der Soester Wiesenkirche

1673 Werl wird von Brandenburgischen Truppen belagert, aber nicht erobert

1708 Die Erbsälzer bekommen die kaiserliche Adelsstandsanerkennung

1725 Als Geadelte scheiden die Sälzer aus dem Stadtrat, da mit wird ein durch Jahrhunderte währender Kampf um die Ratssitze beendet

1738 brennen 45 Häuser auf der Steinerstraße ab

1744 In der Nacht vom 17. zum 18. Mai gehen durch Brandstiftung 44 Häuser der Kämperstr. in Flammen auf. Der Übeltäter, ein Schneidergeselle von 20 Jahren, wird später in Olpe hingerichtet.

1761 Mit anderen Städten im Herzogtum Westfalen hat Werl im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) viel zu leiden. Schlacht bei Vellinghausen zwischen Werl und der Lippe. Das kurfürstl. Schloss wird zerschossen und nicht mehr aufgebaut

1803 Mit dem säkularisierten Herzogtum Westfalen kommt Werl unter die Herrschaft von Hessen-Darmstadt

1816 Werl wird preussisch