Städt. Museum Am Rykenberg
Wendelin-Leidinger-Haus

Inmitten der Werler Altstadt zwischen Volkshochschule und städtischem Jugendzentrum liegt nahe der Propsteikirche das Städtische Museum am Rykenberg, Wendelin-Leidinger-Haus.

Bild des Haus Rykenberg

Das Gebäude des Museums wurde im 14. Jahrhundert vom "Burgmann von dem Rykenberge" errichtet, der einer der Offiziere der erzbischöflichen Werler Stadtwache war.

Das historische Gebäude schafft ein einprägsames Ambiente für die Darstellung wichtiger Epochen der Werler Stadtgeschichte.

Nach Räumen getrennt sind die verschiedenen Themen dargestellt:

5.000 Jahr alte Steinwerkzeuge und Tonscherben sowie alte Geräte zum Salzsieden sind Zeugnisse der frühen Besiedlung des Werler Gebietes.

Die für Werl besonders bedeutsame Epoche als die Grafen von Werl den gesamten nord-west-deutschen Raum regierten, kann nicht durch Ausstellungsstücke illustriert werden, da aus der "Grafenstadt" keine Funde überliefert sind.

Bekannt sind lediglich die Regierungszeiten der Werler Grafen.





Sakrale Kunstwerke und edle kirchliche Gerätschaften sind Zeugnisse einer rund 500 Jahre Geschiche von Wallfahrten nach Werl, die bis heute andauert. Die Sammlungen zeigen verschiedene Marienfiguren und Kreuzigungsdarstellungen, aber auch Devotionalien dankbarer Wallfahrer.

Ein Modell der Stadt, wie sie sich im 17. Jahrhundert darstellte, ist der erste Anziehungspunkt im Museum. Das Modell wurde 1998 im Maßstab 1:500 erstellt. Auch heute noch erkennt man in einer Luftaufnahme den alten Stadtring.

Der Raum enthält auch zahlreiche Gegenstände, die für die Ordnung der Stadt Werl von Bedeutung waren z.B. eine Gerichtswaage.

Eine Besonderheit stellt die eindrucksvolle Gemäldesammlung des 1810 in Werl geborenen Malers Gaudenz von Rustige dar. Er war im 19. Jahrhundert in Deutschland bekannt für seine Genremalerei. Er malte vielfach Szenen des bürgerlichen Lebens seiner Zeit. Auch Porträts und historische Darstellungen wie Maria Stuart gehören zu seinem umfangreichen Werk. Die wertvollen Gemälde werden in zwei eigenen Museumsräumen gezeigt.

Ein eigener Raum ist Hans Sponnier gewidmet, einem über Werl hinaus bekannten Grafiker, Zeichner und Maler. Hans Sponnier wurde 1889 in Werl geboren und wurde 81 Jahre alt. Er studierte Kunst und siedelte 1919 in das bayrische Murnau am Staffelsee um, bleib aber sein Leben lang der Heimatstadt Werl verbunden. Er widmete sich der genauen Darstellung dörflicher und städtischer Architektur und der Natur in Form von Zeichnungen, Aquarellen und Radierungen.

Seine im Museum ausgestellten Darstellungen zeigen die Schönheit in Details an Gebäuden, Einblicke in besondere Gassen, Stadtansichten aus der Landschaft heraus.

Die Geschichte Werls als Salzgewinnungsstadt und als Solebadeort wird durch zahlreiche Modelle, Originalstücke, Fotos und Zeichnungen lebendig. Die Art der Salzgewinnung hat sich im Laufe der Jahrhunderte verändert und wird über verschiedene Modelle im Museum oder auch im Museumsgarten dargestellt.

Erbsälzerfamilien haben über Jahrhunderte hinweg die Salzgewinnung organisiert und kontrolliert. Duch ihren Reichtum haben sie lange Einfluss und Macht in Werl ausgeübt. Ihre Stiftungen sind heute noch bedeutsam für Werl. In einer Ahnengalerie zeigt das Museum Porträts wichtiger Familienmitglieder aus dem 17. und 18 Jahrhundert.

Das biedermeierliche Ambiente des großbürgerlich eingerichteten Kaminzimmers, des Hauptzimmers im Erdgeschoss des Gebäudes, schafft einen eindrucksvollen und schönen Rahmen für Besucher und Veranstaltungen. Für Kindergärten und Schulklassen gibt es verschiedene Angebote.

Bei Kindergeburtstagen kann aus verschiedenen Themen je nach Altersgruppe ausgewählt werden.

Spezielle Brauchtumsangebote gibt es vor Ostern und Weihnachten. In einer Museumswoche gibt es ein umfangreiches Programm, das von Museumspädagogen begleitet wird.

Für Erwachsene werden Lesungen, Konzerte, Vorträge und Sonderführungen angeboten.

Der Hauptraum eignet sich hervorragend für standesamtliche Trauungen, die in Absprache mit dem Standesamt organisiert werden. Bei schönem Wetter kann auch der romantische Museumsgarten mitgenutzt werden. Frühzeitige Anmeldung wird hierzu empfohlen.

Drei Räume sind der politischen Geschichte gewidmet, die Werl in wenig ruhmvoller Zeit zeigt:

Im "Hexenraum" wird die Dramatik des 17. Jahrhunderts sichtbar, als auch in Werl Hexen und Zauberer massiv verfolgt und zum Tode bestraft wurden. Werl war ein juristisches Zentrum der Hexenverfolger im Erzbistum Köln. Auf großen Informationstafeln wird versucht, das Thema historisch einerseits in den großen Zusammenhang einzuordnen, anderserseits mit den kleinen, menschlichen Details darzustellen, die zu den grausamen Taten geführt haben.

Im "NS-Raum" wird das politische Leben in Werl während der Zeit von 1933 bis 1945 aufgezeigt. Fotodokumente und vorhandene Abzeichen, Symbole, Schriften, Gegenstände aus der Zeit sollen die Zeit anschaulich werden lassen. Die Ambivalenz zwischen vordergründigem "Fortschritt und Erfolg" der Machthaber einerseits und andererseits der tiefe Eingriff in das Privatleben, in das geistige Leben, in die Rechte von Minderheiten und Verfolgten und schließlich der Zusammenbruch werden sichtbar.

Im Raum "Jüdisches Leben" wird das Leben großer und wichtiger jüdischer Familien in Werl dargestellt. Familien wie Rosenthal, Feldheim und andere haben wichtige Rollen im öffentlichen Leben Werl vor der NS-Zeit gespielt.


Parkmöglichkeiten:

Parkplätze direkt am Museum, im Parkhaus an der Kämperstraße, auf dem Kirchplatz vor der Propsteikirche

zusätzliche Aktivitäten:

  • Führungen durch das Museum 
  • Stadtführungen mit Museumsbesuch

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!